1. Januar 2008

Info zu Leishmaniose

Foto:dpa
Die Krankheit ist nicht ansteckend.

 

Leishmaniose – die wohl am weitesten verbreitete Infektionskrankheit bei Hunden – wird durch die Infektion von Blutparasiten hervorgerufen. Diese Erreger gelangen über den Stich der Sandmücke in den Körper des Hundes. Die Mücke nimmt zuvor bei ihrem Stich eines infizierten Hundes die Erreger auf. Bei einem späteren Stich eines gesunden Tieres werden die Leishmanien auf dieses übertragen. Immer wieder wird, auch in Fachkreisen, die Möglichkeit einer direkten Übertragung von Hund zu Hund diskutiert. Eine seriöse wissenschaftliche Untersuchung, die diese Gefahr bestätigt, gibt es jedoch nicht.

Es werden zwei Erkrankungsformen, die reine Hautleishmaniose und die viszerale (generalisierte) Leishmaniose, unterschieden. Bei der Hautleishmaniose treten Veränderungen der Haut, besonders am Kopf (Augen und Ohrränder) und den Pfoten (Krallen) aber auch am gesamten Körper durch schlecht heilende Wunden und haarlose Stellen auf. Bei der viszeralen Leishmaniose sind Apathie, Durchfall- und Fieberschübe sowie Leistungsschwäche die häufigsten Symptome, oft begleitet von Hautveränderungen.

Trotz der typischen Symptome ist die zweifelsfreie Diagnose nur durch eine Blutuntersuchung zu stellen. Hierbei wird vom Tierarzt eine Blutprobe entnommen, die von einem Speziallabor untersucht wird. Schnelltests sind aufgrund ihrer fehlenden Zuverlässigkeit nicht geeignet.

Die weitergehende Untersuchung des Blutes auf möglicherweise bereits bestehende Organschäden ist die Basis für ein optimales Therapiekonzept.

Der Erfolg der Behandlung hängt neben ihrem rechtzeitigen Beginn auch von der Wahl der Therapie ab. Gelegentlich werden noch Antimon-Präparate angewandt. Diese Medikamente verursachen starke Nebenwirkungen, da sie die Nieren nachhaltig schädigen können. Bei der „sanfteren Therapie“ werden die Hunde über mehrere Monate mit Tabletten behandelt. Mit dem Einsatz des Wirkstoffes Alopurinol konnten in den vergangenen Jahren gute Therapieerfolge erzielt werden.

Erfreulich sind die Entwicklungen zur Prophylaxe. So meldet die Firma Mologen aus Berlin, dass das Europäische Patentamt (EPA) beabsichtige, ein Schlüsselpatent für DNA-Vakzine gegen die Leishmaniose bei Menschen und Haustieren zu erteilen. Die Impfung bestehe aus verschiedenen Kombinationen von Vektoren. Eine der Antigen-Kombinationen sei bereits Bestandteil einer DNA-Vakzine gegen die Leishmaniose bei Haustieren, die sich in fortgeschrittener klinischer Entwicklung befände. Die Entwicklung steht unter der Führung eines der weltweit größten veterinärpharmazeutischen Unternehmen. Hier bleibt abzuwarten, wann es zum ersten Einsatz der Leishmaniose-impfung in der tierärztlichen Praxis kommen kann.

Bis dahin richtet sich die Verhinderung der Infektion auf den Versuch, den Insektenstich zu vermeiden. Auf dem Markt gibt es einige Produkte dazu. Auch wenn sie keinen zuverlässigen Schutz gewährleisten können, sollte man darauf nicht verzichten. Da die Sandmücke nur im Sommer vorkommt, ist es ratsam, danach durch eine Blutuntersuchung auf eine möglicherweise stattgefundene Infektion zu testen. So kann frühzeitig mit einer Behandlung begonnen werden. Entsprechend groß sind die Heilungsaussichten.

Der Autor ist Tierarzt in Portals Nous
Quelle:
www.mallorcazeitung.es

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